Anstöße
Dein Vergehen
Vier Mann stehen dort,
einer will fort,
sie halten ihn fest,
denn keiner ihn lässt.
Ohne Scheu,
ohne Reu,
Schlag auf Schlag,
keine Hilfe an diesem Tag.
Deine Augen es sehn,
doch du bleibst fest stehn.
Du stehst zögernd da,
und wünschst dich nicht so nah.
Die Angst hält dich fest,
Selbstsucht ist der Rest.
Du fürchtest um dein Leben,
die Ferne willst erstreben.
Ein Knüppel wird gereicht,
ein Schrei dem Opfer entweicht.
Er saust nieder,
immer und immer wieder.
Ein lautes Knacken,
ein gebrochener Nacken,
er leblos zu Boden fällt,
jetzt keiner ihn mehr hält.
Der Schatten dich verbirgt,
die Panik das bewirkt.
Du horchst auf die Schritte,
Sie gehen mit sicheren Tritten.
Du gehst zu dem Mann,
der Atem versagt dir dann.
Den Blick auf den Toten,
die Tränen als Boten.
Du wünschst die Zeit zurück,
die Gedanken spielen verrückt.
Du hast es gesehen,
es war auch dein Vergehen.
(Anna-Maria Merz, Klasse 10)
Versagen der Menschen
Im Kreis sie stehn,
keiner will gehen.
Sie feuern drei an,
und kommen näher ran.
Zwei gegen einen,
doch niemand will’s verneinen.
Die Stimmung steigt,
so oft die Faust sich neigt.
Niemand dazwischen geht,
die Menge nur da steht.
Die Nase blutet, das Auge geschwollen,
doch alle scheinen das zu wollen.
Das Ende nun nah,
der Zusammenbruch da.
Ein dumpfer Schlag,
sein Ende vom Tag.
Man lässt ihn liegen,
trotz schmerzendem Wiegen.
Jetzt gehen sie fort,
nur noch er liegt dort.
Er atmet schwer,
und dann nicht mehr.
(Anna-Maria Merz Klasse 10)